Freunde und Vereinsmitglieder zu haben, die weiter von Colditz entfernt leben, ist dann am schönsten, wenn sie auch aktiv am Vereinsleben teilnehmen. - Ich genieße es immer wieder (leider wegen 465 km Anreise nur 1-2 x im Jahr) in vollen Zügen. Zum Arbeitseinsatz und zum Abpaddeln am Samstag, den 20. Oktober 2018 war es mal wieder so weit.

Nachdem wir vormittags zum Arbeitseinsatz neuen Splitt unter dem Schleppdach und auf dem Vorplatz verteilt, das Vereinsgelände gesäubert und Grünpflege gemacht hatten, fuhren wir nach einer kleinen Stärkung mit den Booten auf dem großen Anhänger nach Rochlitz zur Brücke, um von dort aus zur offiziell letzten Tour der Saison in Richtung Colditz zu starten. In 8 Kanus machten sich 10 Vereinsmitglieder und Freunde trotz des niedrigen Wasserstandes bei Temperaturen von ca. 16 Grad (Luft) und noch deutlich über 8 Grad (Wasser) bereit, um Colditz paddelnd zu erreichen.

Einige Ereignisse der Tour möchte ich der Leserschaft nicht vorenthalten:

Beim Einsetzen der Boote konnten wir bequem von der Wiese ins Wasser rutschen. Und ich hatte schon bedenken gleich zu Beginn in der Mulde zu landen. Obwohl dieses Mal niemand dem Muldeflusspferd einen Besuch abstattete, also ins Wasser fiel, hatten wir trotzdem einen "Ausfall" zu beklagen: Micha verlor bei einem ungeschickten Manöver seine Brille und gab auf Höhe der Eisenbahnbrücke Rochlitz-Colditz auf, um von dort zu Fuß nach Colditz zu kommen. Sein Kanu nahm Robert ins Schlepp, so dass nunmehr noch 9 Kanuten in 8 Booten die Tour fortsetzen. Weiter Flussabwärts sahen wir ihn dann die Straße entlang laufen und winkten ihm zu.

Robert schleppte also das leere Kanu mit und hätte leicht "die Braune mit den großen Augen" mitnehmen können, die etwa 4 km vor dem Wehr in Lastau am rechten Ufer stand. Uwe und Harald, die im 2er - Kanu unterwegs waren, hatten sie nicht entdeckt und wollten schon fast zurück paddeln, bis ich den beiden eröffnete, das es sich nicht um eine junge Dame, sondern um eine Kuh handelte (ich hätte keine Einwände gegen ein dickes Steak zum bevorstehenden Grillabend gehabt).

Warum unsere Touren auf der Hausstrecke des CKSV meist in der Abteilung Wasserwandern absolviert wurden, erschloss sich besonders unseren beiden 2er-Besatzungen Steffen und Annett / Harald und Uwe. Wegen des niedrigen Wasserstandes und des wahrscheinlich größeren Tiefgangs ihrer Boote liefen sie mehrmals auf Grund und es musste jeweils ein Kanute aussteigen um das Boot aus dem gerade mal knöcheltiefen Wasser wieder frei zu bekommen.

Auch wenn in Lastau der Ausstieg vor dem Wehr wegen des niedrigen Wasserstandes an der steilen Leiter für mich ein wenig unsicher war, so erwies sich der neu gestaltete Einstieg unterhalb als recht komfortabel. Ohne Zwischenfälle beim Umsetzen ging es auf die letzten 4 km der Strecke. Vom Kanuheim aus waren uns Carolin, Lennier, Matthias und Randy im 4er bis oberhalb der Insel entgegengepaddelt, um auch den schönen Herbsttag auf dem Wasser zu genießen. Da der Pegel der Mulde bei Colditz gerade im Internet nicht abrufbar war, habe ich mit Hanno noch einmal direkt an der Hochwasser-Überwachung kontrolliert: 1,69m! So niedrig hatte ich den Wasserstand der Mulde noch nicht gesehen.

Gegen 17:10 Uhr kamen wir dann am Bootshaus an und beendeten den Samstag mit einem Grill-Imbiss am Lagerfeuer.

"Ja, ich habe einen Knick in der Optik!"; Mit diesen Worten begann ich zu späterer Stunde dann noch meinen kleinen Vortrag zum Thema optische Täuschungen, der mit der Modenschau "Streifen machen schlank?" und viel Gelächter endete.

Auch dieses Mal habe ich meinen Besuch in Colditz, Arbeitseinsatz und Abpaddeln des CKSV wieder wie einen Kurzurlaub genossen und bedanke mich bei allen Beteiligten für das tolle Wochenende.

"Leierkasten-Robby" /Ralf Wolske-Böttcher

 

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